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Fortsetzung 11

Verzweifelt ließ ich mich auf den Boden fallen, direkt auf den staubigen Weg. Eine Windbö fuhr durch mein Haar und schien alles Gute weit, weit fort von mir zu pusten. Durch meinen tränenverschleierten Blick, bemerkte ich wie sich die hohen Grashalme und Getreideähren unter der Kraft des Windes kurz bogen, dann schien sogar dieser vor mir Reißaus zu nehmen. Plötzlich fühlte ich mich leer, einfach wie leergefegt. Ich hatte mit einer tiefen Trauer gerechnet, mit dem sofort aufwallenden Schmerz des Alleinseins, mit einem heftigen Einbruch von Einsamkeit, doch stattdessen fühlte ich nichts. Konnte es sein, dass ein Mensch nichts fühlte? Nichts außer einer Taubheit und gähnender Leere?

Erst jetzt stellte ich fest, dass auch meine Tränen versiegt waren, und so saß ich zusammengesunken dort und starrte stumm ins Leere.

Irgendwann, ich wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, vernahm ich Schritte aus der Richtung, aus der ich gekommen war, doch ich wandte nicht den Kopf. Ich hockte nur weiter mitten auf dem Weg und dachte an nichts, und auch als die Schritte näher und näher kamen und schließlich jemand hinter mir zum Stehen kam, rührte ich keinen Muskel. Eine Hand legte sich auf meine Schulter, doch ich spürte sie nicht. Ich spürte nur, dass sie nicht der einzigen Person gehörte, die es wert gewesen wäre, sich nach ihr umzudrehen, der einzigen Person, der ich vertraute und die ich bei mir haben wollte. Doch nein, es war nicht seine. 

Ein Junge beugte sich zu mir herab, ich erkannte, dass es sich um den "netten Kerl" von vorhin handelte, doch konnte ich nicht reagieren. Ich starrte nur weiter regungslos in die Ferne.

" Ist alles in Ordnung, Linn? Ist etwas passiert?"

Seine warme, doch zugleich geheimnisvoll klingende Stimme drang zwar zu mir durch, doch ich antwortete nicht. Er erkundigte sich nocheinmal, doch meine Reaktion blieb die gleiche. Er schüttelte mich sacht, doch die Bewegung erreichte mich nicht.

Plötzlich fischte er ein wunderschönes Amulett aus seiner Tasche. Es was ein goldener Stein, rund, an einer silbernen Kette. Vorsichtig griff der Junge nach meiner Hand und legte behutsam das Amulett hinein.

"Hier Linn, nimm dies. Sofia meinte, es gehöre dir und du hättest es in ihrem Haus vergessen."

Ich blinzelte. Ich hatte dieses Schmuckstück noch nie zuvor gesehen. 

Für gewöhnlich hätte dieser Vorfall mein Misstrauen erweckt, doch in diesem Moment, konnte ich an nichts denken.

 

29.12.10 00:18

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