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Fortsetzung 5

Desweiteren versuchte Joe mich von meinen düsteren Gedanken abzulenken, mit seinen trockenen Witzen und kleinen Neckerein. Doch es gelang ihm nicht. Ohne es zu wollen, drehten sich meine Gedanken unaufhörlich um meinen Traum und diese seltsamen Wahnvorstellungen, mein Verstand versuchte eine plausible Erklärung zu finden, aber ebenfalls erfolglos. Bald wurde es dunkel und meine Füße schmerzten von unserem langen Marsch. Wir mussten unbedingt einen Platz zum Schlafen finden. "Ich kann nicht mehr und es wird schon dunkel, Joe. Wo wollen wir heute Nacht überhaupt schlafen?" "Ganz ruhig, Kleine. Siehst du dahinten? Da ist ein Haus,ich sehe die Lichter.Da können wir doch fragen,ok?" Ich nickte benommen und gähnte ausgiebig, woraufhin ich ein schelmisches Joe-Lächeln kassierte. Auch ich grinste müde, als er meine Hand ergriff und wir in Richtung des kleinen Gebäudes schlenderten. Und einmal mehr wurde mir bewusst, wie sehr ich an Joe hing, was er mir bedeutete. An der schmalen, hölzernen Tür angelangt, klopfte mein Begleiter. Nichts rührte sich. Er versuchte es nocheinmal. "Verdammt, macht schon auf! Das Licht brennt, ich sehe doch,dass hier jemand ist!" zischte er verärgert und donnerte noch einmal gegen das rissige Holz. Endlich vernahm ich Schritte im Hausinnern und einen Augenblick später wurde die Tür geöffnet. Da sahen wir uns einem kleinen, bejahrten Mann mit einer Brille auf der Nase gegenüber, der uns grimmig aus seinen schmalen Augen entgegenstarrte. "Was wollt ihr denn hier? Macht gefälligst das ihr verschwindet! Wir wollen nichts kaufen!" grollte er mit tiefer,aber dennoch leicht brüchiger Stimme und wollte die Tür zuschlagen,als Joe hastig den Fuß dazwischen schob. "Nein, Sie verstehen nicht. Wir wollen Ihnen nichts verkaufen. Ein Schlafplatz für die Nacht suchen wir, wissen Sie, wir haben gerade einige Probleme....". Ich zögerte. "Einige Probleme daheim und so brauchten wir etwas Abstand.", improvisierte ich. Der Mann musterte mich mit zusammengekniffenden,finster dreinschauenden Augen, bevor er missmutig beiseite trat und uns einließ. "Wer seid ihr beiden eigentlich?" wollte er wissen, als er uns in ein enges,spärlich eingerichtetes Wohnzimmer führte. Ich nannte ihm bereitwillig unsere Namen, woraufhin unser Gastgeber uns bedeutete auf dem staubigen, winzigen Sofa Platz zu nehmen. Dann verschwand er und kurz darauf tauchte eine ebenfalls ältere Dame mit ergrautem Haar und zwei dampfenden Tassen in der Hand auf. Und wieder beschlich mich ein mulmiges Gefühl. Aus irgendeinem Grunde kam mir diese Frau unheimlich bekannt vor.

17.9.10 17:40

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